Warum eigentlich meditieren und in-sich-gehen, wenn wir doch sowieso die ganze Zeit im Außen herumwurschteln müssen? Ist es nicht genug zu arbeiten, zu lernen, mit der Familie und mit Freunden Zeit zu verbringen – also ein normales Leben zu führen? Mach den einfach den Selbst-Test:

Setz dich bequem, aufrecht auf einen Sessel, ein Sitzkissen oder einfach auf den Boden und schließe die Augen und verharre in dieser Position bei normaler Atmung für 10 Minuten. Lies erst weiter, wenn du diesen kleine Selbst-Test gemacht hast.

Wie ist es dir ergangen? Hast du die 10 Minuten durchgehalten? Wie hast du dich dabei gefühlt? Wenn es eher eine Tortur für dich gewesen ist, dann brauchst du die meditative Komponente in deinen Leben dringend. Falls es entspannend und easy war – darfst du natürlich auch weitermachen 😉

Warum also meditieren?

Wir alle haben so etwas wie eine mentale „Abstellkammer“, diese Kammer fühlen wir u.a. mit den Dingen an, für die wir uns keine Zeit nehmen – die aber immens wichtig für uns wären. Diese Kammer könnte man auch als „inneren Mistkübel“ bezeichnen – diesen füllen wir immer weiter an, Tag für Tag. In der Meditation öffnen wir die Tür zu dieser Abstellkammer und was uns da entgegen kommt, dass gefällt uns meistens nicht – wir werden unruhig und wollen am liebsten wieder unser äußeres Ding durchziehen, nur um nicht hinschauen zu müssen. Diese Beschreibung mag ein wenig extrem anmuten, ist aber für manche Menschen Realität.

Die Meditation hilft uns, uns innerlich zu ordnen. Sie ist der Anfang der „Ent“-täuschung – sie führt uns in eine andere Realität und die Veränderung. Natürlich schöpfen wir Kraft und werden auch ruhiger – unser vegetatives Nervensystem, vor allem der parasympathische Anteil wird es uns danken – kann dadurch Stress besser verarbeiten und wir werden resilienter gegenüber äußeren Einflüssen.

Die positive Wirkung von Meditation ist schier grenzenlos, wie ich aus eigener Erfahrung mit fast schon wundersamen Begebenheiten berichten kann. Nun haben wir das „Warum“ kognitiv verstanden – jetzt heißt es ins „Tun“ kommen.

Tipp1

Haltung:

  • Du kannst im Sitzen, im Liegen oder im Stehen meditieren – alles ist möglich, die gebräuchlichste Art zu meditieren ist die sitzende Position. Nimm also eine sitzende Position deiner Wahl ein, achte hierbei auf eine aufrechte Körperhaltung, deine Sitzbeinhöcker befinden sich im Dreieck mit deinem Scheitelpunkt (höchste Stelle am Kopf). Durch diese Haltung kann deine Atmung gut fließen und auch dein Energiefluß in den Meridianen ist gut gewährleistet.

Tipp2

Atmung:

  • Beginne damit mit der Nase aus,- und ein- zu atmen, falls du verschnupft bist oder die Nase „zu“ sein, atme mit leicht geöffneten Mund und lass die Atmung bedächtig ein,-  und aus-strömen. Atme ruhig und tief in deinem eigenen Tempo, ganz ohne Taktatmung oder Zähltechnik – einfach solange einatmen bis der Reflex zum ausatmen kommt und solange ausatmen bis der Reflex zum einatmen wieder kommt – dazwischen kann eine kurze Pause entstehen, ohne dass du die Luft hierfür anhalten müsstest. Merke: Nach einigen Atemzügen wird deine Atmung tiefer und voller.

Tipp3

Konzentration:

  • Für deine ersten Erfahrungen ist es ausreichend dich auf deine Atmung zu konzentrieren. Achtsamkeit gegenüber der Atmung bringt dich in den Körper zurück – weg vom „Hirnwichsen“ ins Hier und Jetzt und in deine Eigenzeit. Du wirst dir selbst wieder mehr gewahr, damit wirst du automatisch zielgerichteter und produktiver.

 

Wenn dir der Selbst-Test sehr schwer gefallen ist – beginne jeden Tag mit 5 Minuten und steigere dich nach belieben. Die positive Wirkung wirst du schon nach wenig Übung feststellen können.

Viel Spaß damit!